Archiv für August 2009

Es begann in Polen

Freitag, 28. August 2009
Westerplatte Quelle: www.premier.gov.pl

Westerplatte Quelle: www.premier.gov.pl

Am 1. September 2009 jährt sich zum 70. Mal Hitlers Angriff auf Polen und somit der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Mit zahlreichen Veranstaltungen wollen die Polen an dieses traurige Ereignis erinnern. Eingeladen wurden viele Gäste aus dem Ausland, darunter Kanzlerin Angela Merkel und der russische Premierminister Wladimir Putin.

Die Hauptfeierlichkeiten finden in Gda?sk statt und beginnen bereits um 4.00 Uhr morgens auf der Danziger Westerplatte, wo die ersten Schüsse des Krieges fielen.

Anlässlich dieses Jahrestages entstand eine deutsch-polnische Koproduktion der Deutschen Welle (DW-TV) und TVP Polonia mit dem Titel ?Hitlers Angriff ? Wie der Zweite Weltkrieg begann?. Filmemacher aus beiden Ländern beschreiben erstmals gemeinsam Hitlers Überfall auf Polen. Der Film zeigt das erste Angriffsziel der Wehrmacht: die polnische Stadt Wielu?.

In der Dokumentation wird aus Sicht der beiden Seiten erzählt: deutsche Soldaten schildern ihre Erlebnisse aus diesen Tagen und polnische Bürger erinnern sich an die Bombardierung ihrer Stadt, die Flucht und Vertreibung. Das Projekt wurde von Professor Dr. Dieter Bingen, Leiter des Deutschen Polen Instituts in Darmstadt, dem britischen Historiker Norman Davies von der Universität Oxford sowie dem russischen Schriftsteller Viktor Suworow wissenschaftlich begleitet.

Wer an diesem Tag an den offiziellen Feierlichkeiten in Polen nicht teilnehmen kann und sich für Geschichte interessiert, sollte sich den mit Sicherheit sehr interessanten Dokumentarfilm bei der Deutschen Welle ansehen.

Gesendet wird in zwei Teilen:
Teil 1
DW-TV
Di 01.09.2009 ? 17:30
Mi 02.09.2009 ? 05:30
Do 03.09.2009 ? 11:30

Teil 2
Di 08.09.2009 – 17:30
Mi 09.09.2009 – 05:30
D0 10.09.2009 – 11:30

Gleichzeitig wird die Dokumentation auf dem polnischen Sender TVP Polonia in polnischer Sprache gezeigt. Sendezeiten: 1.09.2009 um 21.47 sowie 2.09.2009 um 3.30 und 10.15 Uhr.

Wybory w Nadrenii Pó?nocnej-Westfalii

Mittwoch, 26. August 2009

Karty do g?osowania

Karty do g?osowania


Gruba koperta a w niej cztery karty do g?osowania. Na pierwszej karcie mam odda? g?os na mojego kandydata lub kandydatk? na burmistrza miasta. Na drugiej mam zakre?li? mojego przedstawiciela do rady gminy, na trzeciej do rady powiatu, a na ostatniej karcie mam postawi? krzy?yk przy nazwisku mojego kandydata na starost?.

Wybory samorz?dowe w Nadrenii Pó?nocnej-Westfalii odb?d? si? w nadchodz?cy weekend, tj. 30 sierpnia 2009 r., ale ja ju? teraz oddaje mój g?os. Zdecydowa?am si? na drog? pocztow?, gdy? w niedziel? wyborcz? jestem poza miastem.

Po raz pierwszy wybieram moich kandydatów w wyborach samorz?dowych na terenie Niemiec. I nie tylko ja mam do tego prawo. Oprócz wszystkich mieszka?ców tego landu posiadaj?cy obywatelstwo niemieckie równie? wszyscy obywatele Unii Europejskiej, którzy uko?czyli 16 rok ?ycia i zameldowali si? przed 14 sierpnia na terenie miasta lub gminy w Nadrenii Pó?nocnej-Westfalii lub z?o?yli wniosek o wpisanie na list? wyborców do 14 sierpnia, mog? zag?osowa?.

Po niedawnych wyborach do Parlamentu Europejskiego nadesz?a kolej na wybory samorz?dowe. Przed nami jeszcze wybory do Bundestagu zaplanowane na 27 wrze?nia 2009 r. Ciesz? si?, ?e mog? w tym wszystkim uczestniczy?. To sprawia, ?e mam pewno??, ?e mój g?os si? liczy zarówno w Niemczech jak i w Polsce czy w UE. To si? nazywa Europa!

Gebrauchsanweisung

Freitag, 21. August 2009

Wie funktioniert der Blog eigentlich?

Wie funktioniert der Blog eigentlich?

Die meisten Blogs sind einsprachig. PolonusGermanus Blog beinhaltet dagegen Texte sowohl auf Deutsch als auch auf Polnisch. Das sorgt für ein wenig Durcheinander.

Um trotzdem die Seite übersichtlich zu gestalten, habe ich die Artikel thematisch sortiert, was Sie rechts unter ?Kategorien? sehen können: die Themen sind alphabetisch geordnet. Was mir nicht gelungen ist, weil dies durch das Programm nicht unterstützt wird, ist eine Kategorisierung nach Sprachen. Deswegen finden Sie zwischen den deutschen auch die polnischen Kategorien.

Beim Öffnen des Blogs erscheinen zuerst alle neuen Texte, deutsch und polnisch, sortiert nach dem Veröffentlichungsdatum. Um daraus beispielsweise die deutschsprachigen Artikel auszufiltern, klicken Sie unter ?Kategorien? auf ?Artikel auf Deutsch?. Die Zahl in der Klammer daneben sagt, wie viele aus allen deutschsprachigen Artikel in der Hauptkategorie ?Artikel auf Deutsch? gespeichert sind und berücksichtigt nicht die Anzahl der Texte, die in den Unterkategorien wie z.B. ?Politik? oder ?Wirtschaft? hinterlegt sind. Trotzdem werden Ihnen alle deutschen Artikel angezeigt. Ähnlich verhält es sich mit der Funktion ?Artyku?y w j?zyku polskim?. Hier werden nur die polnischen Texte eingeblendet.

Ferner finden Sie oben rechts unter ?Seiten? einen Artikel über den Blog, Hinweise über seine Nutzung in zwei Sprachen sowie das Impressum. Weiter unten rechts kommt das ?Archiv?, wo die Artikel diesmal monatlich nach dem Erscheinungsdatum veröffentlicht sind.

Zum Schluss noch ein letzter Hinweis: unter ?Meta? finden Sie die Funktionen ?Registrieren? und ?Anmelden?. Als registrierter Nutzer erhalten Sie ein Passwort, mit dem Sie sich bei dem Blog anmelden können. Das Registrieren gibt Ihnen die Möglichkeit, aktiv dabei zu sein: Sie können zum Beispiel Kommentare schreiben, Ihren Profil erstellen und schneller als andere durch das Abonnieren des RSS-Services, der ganz unten auf der Seite zu finden ist, mitbekommen, ob etwas Neues auf dem Blog passiert. Das war´s von mir. Den Rest probieren Sie selbst aus.

Auf Wiedersehen im Internet!
Magdalena Kuckertz

Reisebericht: Polen

Donnerstag, 20. August 2009

Das Kloster in Tschenstochau

Das Kloster in Tschenstochau

Ich habe heute meine Sachen aufgeräumt und bei dieser Gelegenheit einen Reisebericht meines sehr guten Freundes gefunden. Vor ungefähr 10 Jahren waren wir zusammen unter anderem in meiner Heimatstadt Cz?stochowa (Tschenstochau). Was er damals dort gesehen und erlebt hat, hat er niedergeschrieben. Das ist seine Geschichte:

Wunder über Wunder
Eine Reise zur Königin Polens
von Frank Michael Schuster

?Tschenstochau wäre ein Kaff, wenn Polen nicht so katholisch wäre!? sagt Magda, und sie muss es wissen, denn sie kommt von dort. Da Polen nun mal aber katholisch ist, hat es 27.0000 Einwohner und ist, obwohl es dort, laut meinem Reiseführer nichts als Industrie gibt, einer der bekanntesten und sicherlich wunderlichsten Städte ? ein Wallfahrtsort. Das Zentrum Polens schlechthin.

Unabhängig davon, ob das Land von litauischen Raufbolden, fernen Kaisern und Königen, adlig-patriotischen Marschällen, von größenwahnsinnigen deutschen Generalgouverneuren, von kommunistischen Generälen, deren Familien seit Menschengedenken zu den herrschenden Magnaten gehört hatten, von demokratisch legitimierten Elektrikern oder möchte gern Akademikern von Krakau, St. Petersburg, Potsdam, Dresden, Wien oder Warschau regiert wird ? die wahre Herrscherin, die ?Królowa Polski?, die Königin Polens residiert seit 1384 auf dem ?leuchtenden Berg? im gleichnamigen Kloster ?Jasna Góra? inmitten der Stadt: Die Schwarze Madonna von Tschenstochau.

Warum das ikonenartige Madonnenbild unbekannter Herkunft von Anfang an scharenweise Pilger aus aller Herren Länder anzog, ist ebenso verwunderlich, wie die ominöse Verdunklung des Gesichts. Dass sich Maria wegen der Pilger schwarz geärgert hat, ist unwahrscheinlich. Das haben eher jene getan, die mit ihr in Konflikt gerieten: So soll der Legende nach 1430 der Versuch unbekannter Räuber das Bild nebst anderen Gegenständen zu rauben, an der Unwilligkeit der Pferde, die Entführte zu transportieren, gescheitert sein, so dass die Täter sie etwas ramponiert zurücklassen mussten, um das übrige Diebesgut und sich selbst zu retten. Maria wurde daraufhin zu Restaurierungszwecken nach Krakau gebracht. Allerdings scheint ihr die Erholungsreise nicht gut bekommen zu sein, da sie seitdem etwas leidend dreinblickt…

Auch für die Schweden dürfte 1655 die Belagerung des Klosters ein schwarzer Tag in ihrer Geschichte gewesen sein, da es ihnen trotz Übermacht wundersamerweise nicht gelang, den Berg zu erobern, was den Glauben an die Wundertätigkeit der Ikone noch verstärkte.

Und auch die atheistischen, sozialistischen Machthaber in Moskau und Warschau waren nicht nur verwundert als 1978 ein polnischer Kardinal zum Papst gewählt wurde, sondern so verschreckt, dass sie einen Anschlag auf ihn verüben ließen, den dieser, nach eigener Aussage, nur dank des Schutzes der Schwarzen Madonna überlebte. Jetzt sollten die Mächtigen erst recht ihr blaues bzw. schwarzes Wunder erleben, da jetzt nicht nur Gläubige, sondern auch erklärte Atheisten zur Königin von Polen pilgerten, um das Ideologiegebäude des Marxismus zu erschüttern, das bald darauf einstürzte.

Wunder über Wunder. Grund genug für einen Nichtkatholischen, Nichtmonarchisten Magdas Einladung anzunehmen und eine nachösterliche Audienz zu planen, um mich selbst von der Wundertätigkeit Ihrer Majestät zu überzeugen ? oder auch nicht. Aber selbst der Skeptiker gerät ins Grübeln, wenn das erste Wunder bereits bei der Planung der Reise, die von Lodz über Tschenstochau nach Krakau fuhren sollte, geschieht: bei der Bahnhofsauskunft des Wallfahrtortes gibt es einen Computer der nicht nur in der Lage ist, jede gewünschte Zugverbindung von und nach Tschenstochau mitzuteilen, sondern diese auch noch ausdruckt! So etwas gibt es nicht einmal in Krakau, geschweige denn in Warschau.

Bereits die Fahrt war reichlich katholisch, da der Waggon von einer Gruppe wild durcheinander rennender und redender Jungen und Mädchen bevölkert wurde, die unterwegs zu einen Messdienerwettbewerb waren und eigentlich friedlich und ruhig irgendwelche wichtigen Zettel noch einmal lesen bzw. mehr oder weniger auswendig kennen sollten. Weil dies aber offensichtlich weniger der Fall war, sah sich der mitreisende Priester gezwungen, es seinem Kirchenoberhaupt gleichzutun, und an allen Orten gleichzeitig zu sein, um alle Probleme zu lösen. Dazu brauchte er allerdings nicht gleich wie Papst Johannes Paul II. um den ganzen Globus zu reisen, sondern nur im Wagen hin und her zu rennen, da er sich ja, seinem Rang angemessen, nicht um die Sorgen der Welt und die Herde des Weltkatholizismus zu kümmern hatte, sondern nur um das Lampenfieber seiner Schäfchen.

Der Bahnhof, auf dem ich empfangen werde, ist relativ neu. Dass er aber erst im letzten Jahr fertig wurde, sieht man schon nicht mehr. Wenn man das in Polen herrschende Chaos und das Desinteresse des Staates an der Instandhaltung der eigenen Gebäude kennt, ist dies zumindest kein Wunder, ebenso wenig wie die Bauzeit. Wenn man Magda so zuhört, die laut darüber nachdenkt, ob sie sich überhaupt noch an eine Zeit erinnern kann, in der hier nicht gebaut wurde, gewinnt man unweigerlich den Eindruck, es sei hier eine halbe Ewigkeit gebaut worden.

Die Stadt ist wirklich nicht sehr beeindruckend und wirkt eher wie ein überdimensionierter Parkplatz. Die Wagen stehen überall: eine Folge des Kapitalismus und des Erfolges der Polizei gegen den Autoklau, von denen sogar mein Reiseführer stolz berichtet. Allerdings läuft man inzwischen selbst Gefahr, Teil der Erfolgsstatistik der Polizei zu werden, indem man beim Versuch, sich zwischen den Autos hindurchzuzwängen, eine hypersensible Alarmanlage auslöst, und damit einen der gelangweilten Mitarbeiter der konkurrierenden Sicherheitsdienste auf sich aufmerksam macht. Endlich gelingt es in die Fußgängerzone zwischen den zwei Fahrbahnen der Hauptstraße zu gelangen. Hier parken wenigstens keine Autos!

Dass wir bereits auf dem Pilgerweg sind, merke ich erst relativ spät, da im Reiseführer von einer Allee mit Bäumen die Rede war. Die kleinen Bäumchen links und rechts nimmt man allerdings kaum wahr.

?Die Bäume sind weg!?, stellt Magda fest. ?Als ich das letzte Mal hier war, gab es sie noch.? Verwundert schüttelt sie den Kopf und ich höre langsam auf, mich zu wundern. Wenn das aber die Allee zum Kloster ist, dann muss das dort vorne doch das Kloster sein. Der abgestufte Turm vor uns im Gegenlicht erinnert mich allerdings weniger an eine Klosterkirche als vielmehr an eine kleine Version des gigantischen stalinistischen Kulturpalastes in Warschau, dem ungeliebten Wahrzeichen des sozialistischen Polens, einem Geschenk der UdSSR an die Volksrepublik. Seltsame Assoziation, aber vielleicht nicht ganz falsch, da Tschenstochau die heimliche, die kleine Hauptstadt Polens ist, denke ich und teile Magda meine Erkenntnisse mit. Sie reißt entsetzt die Augen auf und meint erschrocken: ?Hilfe, der Kulturpalast hat abgenommen! Er wird noch verhungern!? Wegen unseren Lachanfalls wirft uns eine alte Frau böse Blicke zu. Ignorante rücksichtslose deutsche Touristen! Überhaupt nimmt die Zahl der andächtig den Berg hinauf wandernden Leute langsam zu.

Innenhof des Klosters

Innenhof des Klosters

Im Klosterhof ist es aber mit der Andacht vorläufig vorbei. Scharen von 17- bis 18-jährigen wuseln in Kleingrüppchen schnatternd durcheinander. Meine Begleiterin stutzt. Leicht unsicher fragt sie: ?Wir haben April, oder?!? Plötzlich kommt ihr die Erleuchtung: ?Das sind die Abiturienten! Im Mai sind die Prüfungen.? Ich schau sie etwas Fassungslos an. ?Du willst doch nicht etwa sagen, dass die Abiturienten aus ganz Polen wegen der Prüfungen hierher pilgern…? Sie nickt. Gegen meinen Vorsatz, mich nicht mehr zu wundern, schüttele ich nun doch verwundert den Kopf. Die Mutter Gottes als Schutzpatronin der Abiturienten! Konnte Jesus rechnen? Ich kann es immer noch nicht, auch wenn ich in Mathematik im Abitur eine so gute Note hatte, dass alle an ein Wunder glaubten. Dabei war ich nicht einmal hier. Auch Magda nicht. Und doch riefen ihre mathematischen Höchstleistungen im Abitur Verwunderung und Neid hervor. Trotzdem sind wir keine Mathematiker geworden. Man soll sein Glück nicht zu sehr strapazieren.

Von der Kirche sieht man nicht allzu viel, so groß ist das Gedränge. Vor den Beichtstühlen haben sich lange Schlangen gebildet. Die Priester wirken gestresst. ?Alle warten hier auf die Abnahme der Beichte, damit sie die Kapelle der Mutter Gottes mit dem Bildnis der Schwarzen Madonna ohne Sünden betreten können.? Mein Reiseführer hat recht. Wir sind die Ausnahme, nicht nur in dieser Hinsicht. Wir rutschen nicht auf Knien den Chorumgang entlang und knien nicht einmal vor dem Gitter, das die Gläubigen von der Ikone trennt. Von dem Bild selbst ist nicht viel zu sehen. Die Madonna trägt eines ihrer silbernen, edelsteinbesetzten, spanischen Gewänder mit der Rubinkrone, die nur die dunklen Gesichter von Mutter und Kind freilassen. Ich bin ein bisschen enttäuscht und beschwere mich leise. Zum Glück verstehen die Leute um uns herum nur Polnisch, so dass nur ich Mühe habe, andächtig zu bleiben, als Magda meint: ?Du willst doch Maria nicht etwa nackt sehen?!? In der Hoffnung mehr von der Kirche zu sehen, gehen wir auf die Galerie, wo eine sechsteilige Fotoausstellung die Reisen des Papstes auf allen Kontinenten, an allen wichtigen Orten dokumentiert: der Heilige Vater in Afrika, in Amerika, in Asien, in Australien, in Europa und (natürlich) in… Tschenstochau!

Leider sieht man immer noch nicht mehr von der Kirche, zumal jetzt die Messe beginnt und das Gedränge noch größer wird. Wir beschließen zu gehen und später wiederzukommen. Abends ist die Kirche fast leer und man sieht endlich wie schön sie eigentlich ist. Die Abiturienten sind verschwunden, sitzen jetzt wahrscheinlich in irgendeinem Zug. Die Priester haben keine Kunden mehr. Einer sitzt erschöpft von so vielen Sünden, die man der Jugend heute vergeben muss, im Beichtstuhl und schläft, denn nur wer schläft sündigt nicht, heißt es.

Auf dem Nachhauseweg zum Haus ihrer Eltern, auf dem wahrscheinlich einzigen freien Parkplatz der Stadt, vor der ?Herberge des Pilgers Johannes Paul II.?, will ich dann doch von Magda wissen, wie gläubig die Menschen hier wirklich sind. Sie erzählt, dass die Leute, die hier leben, nach der Beichte Zettel mit dem Namen abgeben sollen und dass der Priester zu den Familien kommt, die nicht regelmäßig beichten waren. Man sieht ihr an, dass sie nicht viel von dieser Praxis hält. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. ?Aber die Leute aus den anderen Gegenden halten uns für die gläubigsten Menschen Polens. Der Namen wirkt. Dabei meine ich manchmal, hier wohnen nur Ungläubige, die so tun, als seien sie fromm, auch wenn mir keiner glaubt!? meint sie und zeigt mir ein frisch renoviertes Haus am Rande des Wohnviertels hinter der päpstlichen Herberge ? ein Bordell. Dem Aussehen und der Größe des Neonschildes nach zu urteilen, verdient der Besitzer gut mit seinem ?Schönheitssalon?.

Wie sehr der Namen Tschenstochau alleine Wunder wirkt, als wir am nächsten Morgen in Krakau anrufen, um zu erfahren, ob es in irgendeiner Jugendherberge noch Platz für uns ist, überzeugen wir uns schnell selbst. Die beste Unterkunft in Zentrum ist hoffnungslos ausgebucht. Die zweite Telefonnummer gehört zu einem Haus, das weit draußen liegt und wo nicht reserviert wird. Beim dritten Versuch erklärt die Frau am Telefon, dass die Lage zwar günstig sei, es aber auch bei ihnen keinen Platz mehr gäbe. So ähnlich muss es Maria und Josef zu Weihnachten ergangen sein. Dabei haben wir Ostern! Das ist ja zum Schwarzärgern. Magdas frage, ob wir denn auf dem Bahnhof schlafen sollen, veranlasst die Frau immerhin zu der Frage, wo wir den herkämmen. ?Cz?stochowa!? (Tschenstochau). Plötzlich geht alles irgendwie. Ein Wunder!

In Krakau selbst kann uns dann zwar keiner sagen, wie wir zu unserer Herberge kommen, da die Straßenbahn, die sonst dorthin fährt, eben gerade nicht fährt. Kein Wunder, bei den vielen Baustellen. Deshalb verfahren wir uns ein bisschen, verbrauchen zu viele Fahrkarten, reden darum nur deutsch miteinander, damit man uns im Falle einer Kontrolle für dumme Touristen hält und fahren schwarz. Vielleicht bleibt uns die Schwarze Madonna gerade deshalb treu. ?Ich glaube, ich weiß jetzt, wo wir hin müssen, ich war dort schon mal?, sagt Magda plötzlich zu mir und grinst. Als der Bus hält, dreht sie sich um und fragt einen neben ihr stehenden Menschen, der sich anschickt auszusteigen, nach dem Namen der Haltestelle. Der sieht sie an, als sei sie die leibhaftige Maria. Ein deutsche Touristin, die akzentfrei polnisch spricht ? ein Wunder! Vor Schreck bleibt er im Bus stehen. Wir können uns vor lachen kaum noch halten. ?Dok?d? ? Wohin??, frage ich, nachdem wir ausgestiegen sind und uns beruhigt haben. ?Tam! Schau mal dorthin!?, sagt sie immer noch grinsend und zeigt auf ein Kloster. ?Wir wohnen bei den Nonnen.? Es stimmt. Als wir ankommen, öffnet uns eine Nonne und fragt uns wohin wir wollen. ?Hinein!?, sagt Magda. Die Nonne überlegt. ?Na, gut?, sagt sie. Die Frau an der Rezeption findet das schon weniger gut, da sie offensichtlich nicht mehr mit uns gerechnet hat. Sie sagt nur: ?Oh, Jesu!?, findet dann aber doch noch einen Platz für uns. Gott sei dank! Ach nein, wir kommen ja aus Tschenstochau! Also nicht Gott, sondern Maria!

Kauderwelsch ? Polnisch

Donnerstag, 20. August 2009

Polnische Lehr- und Wörterbücher

Polnische Lehr- und Wörterbücher

Wenn Sie noch nie Polnisch gehört haben, kommt es Ihnen im ersten Augenblick wie Kauderwelsch vor. Die vielen ?sch?- und ?tsch -Laute tun dem Ohr weh. Das liegt daran, dass Polnisch im Unterschied zu Deutsch einer anderen Sprachfamilie angehört.

Polnisch ist eine slawische Sprache und eng mit Slowakisch, Sorbisch (in der Lausitz vertreten) oder Tschechisch verwandt. Es wird von ungefähr 39 Millionen Polen gesprochen. Dazu kommen noch viele Auslandspolen auf der ganzen Welt und einige mutige (!) Ausländer, die diese Sprache lernen.

Das es sie gibt – und nicht nur in Deutschland – habe ich vor kurzem erlebt: eine vor wenigen Wochen kennen gelernte Japanerin hat mich zu meiner größten Überraschung auf Polnisch begrüßt und in ein paar Sätzen über ihren Sprachkurs in ?ódz berichtet. Selbstverständlich auf Polnisch.

Die polnische Sprache besitzt viele Konsonanten und hat als die einzige slawische Sprache neben Standardvokalen, die in anderen Sprachen auftreten, auch zwei Nasalvokale. Sie verfügt über sieben Kasus und hat nur einen Konjunktiv. Das reiche grammatische Formsystem bereitet nicht nur den Polnischlernenden viele Probleme. Auch die Muttersprachler machen ab und zu Fehler.

Die Nachbarschaft zu Deutschland hat im Polnischen einige Spuren hinterlassen. So finden Sie zum Bespiel im Bauwesen einige aus dem Deutschen entnommene Bezeichnungen wie ?dach?, ?szpalta? oder ?szpachla?.

Die Polen sind sich dessen bewusst, dass ihre Sprache nicht einfach zu lernen ist. Deswegen begrüßen Sie sehr herzlich jeden Versuch, auch den nicht gelungenen. Wenn Sie demnächst nach Polen reisen und Ihre Gastgeber beeindrucken wollen, lernen Sie ein paar Brocken Polnisch. Es recht schon ?dzie? dobry?, ?dzi?kuj?? oder ?do widzenia?. Vorteilhaft wäre auch zu wissen, wie man richtig polnische Nach- und Vornamen ausspricht. Auf diese Weise gewinnen Sie in Windeseile viele neue polnische Freunde. Vertrauen Sie mir, diese Mühe werden Sie nie bereuen!
Ihre Magdalena Kuckertz

Instrukcja obs?ugi

Samstag, 15. August 2009

Jak funkcjonuje ten blog?

Jak funkcjonuje ten blog?

Dla polskiego czytelnika nieznaj?cego j?zyka niemieckiego blog ten jest na pierwszy rzut oka troch? nieprzejrzysty. Niestety korzystam z niemieckiego programu, który nie przewiduje, ?e blog b?dzie prowadzony dwuj?zycznie. To moja pierwsza przeszkoda, któr? musia?am przeskoczy?.
 
Postanowi?am pisa? teksty dla polskich czytelników o Niemczech i – je?li zaistnieje taka potrzeba ? o innych krajach niemieckoj?zycznych w j?zyku polskim i dla niemieckich odbiorców o Polsce w j?zyku niemieckim. To drugie wyzwanie. Ob?o?y?am si? s?ownikami w obu j?zykach, czasopismami, gazetami oraz inn? literatur? i pisze – mam nadzieje – ciekawe teksty.
 
Mia?am pewien problem ze struktur? bloga. Jak uporz?dkowa? kategorie i w nich zamieszczone teksty w obu j?zykach? Program nie rozró?nia niemieckiego od polskiego i umieszcza kategorie z opublikowanymi w nich artyku?ami w kolejno?ci alfabetycznej. Nie mam wi?c wp?ywu na to, ?e polskie kategorie jak np. ?spo?ecze?stwo?, ?kultura?, ?gospodarka? lub ?j?zyk? znajduj? si? mi?dzy niemieckimi.
 
Wchodz?c na stron? zobacz? Pa?stwo artyku?y polskie i niemieckie umieszczone jeden pod drugim wed?ug daty publikacji. To ustawienie standardowe, które mo?na jednak szybko zmieni?. W tym miejscu musz? wyja?ni? par? s?ówek. Prosz? spojrze? na prawy róg bloga. Tu znajd? Pa?stwo od góry nast?puj?ce funkcje:
 
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Nieco poni?ej – pod ?Meta? – znajd? Pa?stwo dwie wa?ne funkcje:
 
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Aby ze wszystkich tekstów, które ukaza?y si? na blogu, wyszuka? tylko te w j?zyku polskim, wystarczy klikn?? po prawej stronie na ?Artyku?y w j?zyku polskim?. Pod tym has?em s? uporz?dkowane ? wszystkie – teksty po polsku. Prosz? si? nie zra?a? liczb? stoj?c? obok tego has?a. Liczba ta wskazuje jedynie, ile tekstów zakwalifikowa?am jako kategoria g?ówna tj. ?Artyku?y w j?zyku polskim?. Jako podkategorie ukazuj? si? tu jeszcze pozosta?e teksty z dziedziny np. gospodarki, polityki, kultury, j?zyka i historii. Teksty podkategorii niestety nie s? uwzgl?dnione w liczbie podanej w nawiasie.
 
I jeszcze jedno: pod funkcj? ?Registrieren? mog? si? Pa?stwo zarejestrowa? za darmo na blogu i aktywnie w nim uczestniczy?. Przy kolejnych odwiedzinach strony wystarczy si? tylko zalogowa?.

Do zobaczenia w necie!
Magdalena Kuckertz

Koniec recesji w Niemczech?

Donnerstag, 13. August 2009

Viktualienmarkt w Monachium

Viktualienmarkt w Monachium

 Jak poinformowa? dzi? Niemiecki Urz?d Statystyczny (Statistisches Bundesamt) gospodarka niemiecka po raz pierwszy po rocznej przerwie odnotowa?a minimalny wzrost gospodarczy. W porównaniu z pierwszym kwarta?em 2009 roku produkt krajowy brutto (PKB) wzrós? o 0,3 proc. O?ywienie koniunktury jest wprawdzie minimalne, lecz daje nadziej? na to, ?e dno recesji zosta?o osi?gni?te.
 
Ten ma?y wzrost Niemcy zawdzi?czaj? zwi?kszonej konsumpcji klientów indywidualnych, przyj?tym przez rz?d programom antykryzysowym i inwestycjom budowlanym. Odbi? si? od dna pozwoli? gospodarce równie? eksport, pomimo ?e ogólny popyt na niemieckie produkty na rynku ?wiatowym spad? z powodu kryzysu.
 
Rado?? w kr?gach gospodarczych jest jednak umiarkowana, gdy? w porównaniu z 2008 r. stan gospodarki niemieckiej znacznie si? pogorszy?. W porównaniu z rokiem poprzednim PKB zmniejszy? si? o 5,9 proc.

Kein doppelter Euro in 2012

Mittwoch, 12. August 2009

Europäische Währung: Euro

Europäische Währung: Euro

Alle haben gehofft, dass Polen pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft 2012 (genannt auch Euro 2012), die in Polen und in der Ukraine ausgetragen wird, auch der Eurozone beitreten würde. Nun ist es offiziell: das polnische Finanzministerium hat im August bekannt gegeben, dies sei nicht mehr realistisch.

Zurzeit hat Warschau andere Sorgen. Da Polen 2008 ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichte, das sich weit über dem zugelassenen 3-Prozent-Referenzwert befand, leitete der Rat für Wirtschaft und Finanzen der EU (Ecofin-Rat) ein Verfahren gegen Polen ein.

Nun hat Deutschlands östlicher Nachbar bis zum Jahr 2012 Zeit, das übermäßige Defizit in den öffentlichen Finanzen zu reduzieren. Sollte dies gelingen, muss Polen weitere Konvergenzkriterien erfüllen, um der Währungsunion beitreten zu dürfen.

Die sog. Maastricht-Kriterien sehen nämlich vor:

1. Das an der Euro-Einführung interessierte Land soll eine Inflationsrate aufweisen, die nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Euro-Länder liegen darf.
2. Das Defizit dieses Staates darf nicht mehr als 3 Prozent und seine öffentliche Verschuldung nicht mehr als 60 Prozent des nominalen BIP betragen.
3. Der Bewerberstaat muss außerdem einen durchschnittlichen langfristigen Nominalzinssatz nachweisen, der sich an dem der drei Mitgliedsstaaten, die auf dem Gebiet der Preisstabilität das beste Ergebnis erzielt haben, orientiert und der um nicht mehr als 2 Prozentpunkte über dem entsprechenden Satz in diesen Ländern liegen darf.
4. Das letzte Kriterium ist eine zweijährige Teilnahme am Wechselkursmechanismus II, der in dem Teilnehmerland eine Bandbreite des Wechselkurses der Währung zum Euro festlegt.

Wie das polnische Finanz-Webportal www.money.pl meldet, erfüllt Polen zurzeit lediglich das Kriterium des Zinssatzes. Schade. Beinahe hätten wir 2012 einen doppelten Anlass zum Feiern gehabt.

Dlaczego ten blog?

Montag, 10. August 2009

Zdj?cie: Braszczy?ski

Zdj?cie: Braszczy?ski

Dla wielu z nas Niemcy s? krajem, o którym tak na prawd? nie wiele wiemy. Informacje o naszych niemieckich s?siadach czerpiemy wi?c z nie zawsze obiektywnych mediów: telewizji, radia i gazet. Czasem dowiadujemy si? czego? nowego od znajomych lub rodziny. Czy jednak nasze wyobra?enie o Republice Federalnej odzwierciedla si? w rzeczywisto?ci? Trudno powiedzie?, je?li si? nie zna j?zyka niemieckiego i nie jest si? rezydentem tego kraju.
 
Ja mam to szcz??cie, ?e w?adam tym j?zykiem. Od pewnego czasu mieszkam te? w Niemczech. Jako rodowita Polka przesz?am wszystkie etapy integracji w mojej nowej ojczy?nie. Moja pasja sta?a si? zawodem. Brzmi to banalnie, ale jest rzeczywisto?ci?. Jestem t?umaczem przysi?g?ym j?zyka niemieckiego. Ucz? polskiego Niemców i niemieckiego obcokrajowców, którzy tak jak ja osiedlili si? w Nadrenii Pó?nocnej-Westfalii. Poza tym s?u?? rad? w projektach polsko-niemieckich.
 
W tym blogu chcia?abym si? podzieli? moim do?wiadczeniem, przyczyni? si? do polepszenia wspó?pracy mi?dzy naszymi krajami i obali? niechlubne mity rozpowszechniane przez Polaków i Niemców, które s? niezgodne z prawd? i które szkodz? tak naprawd? nam wszystkim.
 
Zapraszam czytelników do wspó?pracy. Pa?stwa teksty i komentarze ch?tnie umieszcz? na ?amach blogu. Tematyka tej strony obejmuje problemy polsko-niemieckie z dziedziny polityki, kultury, historii, j?zyka, spo?ecze?stwa i gospodarki.
 
J?zykiem przewodnim tej strony jest wprawdzie j?zyk niemiecki, gdy? wi?cej Polaków w?ada niemieckim ni? Niemców polskim. Prosz? si? jednak tym nie zra?a?. Testy polskie, które mog? by? interesuj?ce dla niemieckich czytelników, ch?tnie przet?umacz? na niemiecki.
W nadziei na ?ywy odzew czytelników, interesuj?ce teksty i komentarze
pozdrawiam
Magdalena Kuckertz
email: blog@PolonusGermanus.de
 

Meine Informationsquellen?

Montag, 10. August 2009

Polnische Zeitschriften

Polnische Zeitschriften

Sie fragen sich, wie komme ich zu meinen Informationen? Ich surfe mit Begeisterung im Internet und habe ein wenig Erfahrung mit Journalismus. Da kommt die Zweisprachigkeit sehr gelegen. Regelmäßig sehe ich Nachrichten sowie lese Zeitungen und Zeitschriften auf Polnisch und Deutsch. Ich versuche, mir meine eigene Meinung zu bilden und schreibe in diesem Blog über das, was mir wichtig erscheint.