Archiv für Februar 2010

Deutsch lernen – ein steiniger Weg mit Erfolg

Samstag, 20. Februar 2010
Meine Schüler im Deutschkurs, Foto: JugendMigrationsDienst Euskirchen

Meine Schüler im Deutschkurs, Foto: JugendMigrationsDienst Euskirchen

In den Jahren, in denen ich Deutsch gelernt habe, hat sich einiges ereignet. Es gab sowohl Erfolgsmomente als auch Niederlagen. Die größte und als fast unüberwindbar scheinende Hürde waren lange Zeit die verdammten Artikel: der unbestimmte und sein Bruder, der bestimmte Artikel. Für ein junges Mädchen, das mit der polnischen Sprache aufgewachsen ist, war es nicht einfach im Kopf zu behalten, dass “der polnische Messer – no?” im Deutschen Neutrum und “die polnische Löffel – ?y?ka” Maskulinum sind. “Wie soll das gehen?” – dachte ich beim Vokabelpauken.

Die Stunden vergingen, unzählige Übungen und Aufsätze wurden niedergeschrieben sowie viele Phonetikkassetten nachgesprochen, bis ich irgendwann begann, ein kleines Licht am Ende eines langen und dunklen Tunnels zu sehen. Aus dieser Zeit sind mir ein paar Wörter, die ich im Gedächtnis wie ein Schatz behüte, als Erinnerung an die alten Zeiten geblieben.

Fleischwolf vs. Maulwurf

Ich habe mich immer gewundert und tue das weiterhin, dass man den Fleischwolf “Fleischwolf” nennt, wo es doch logischer wäre, das Küchengerät als “Maulwurf” zu bezeichnen. Diese Maschine hat doch ein “Maul”, sprich Öffnung, aus dem Hackfleisch “rausgeworfen” wird. Diejenigen, die eine tierische Komponente bei dieser alternativen Bezeichnung vermissen, finden diese ebenso. Denn warum Fleischwolf, wenn es doch “Maulwurf” heißen könnte? Sie merken, ich versuche mir die deutsche Sprache zurechtzubiegen. Es gibt in meinem Wortschatz auch “Linkshändler”, “Kenntnisse erfrischen” oder “Mutter besichtigen” statt besuchen. Eine schöne Erfindung ist auch der “Hasen-, Nasen-, Ohren-Arzt”. Klingt doch besser als die langweilige Berufsbezeichnung “HNO-Arzt”, oder?

Gegenneblige Lichten

Unter Deutschlernenden ergibt sich immer wieder die Frage, wie heißt das eine oder andere Ding? Wenn man bereits in viele Geheimnisse der deutschen Sprache eingeweiht ist, neigt man dazu, besonders erfinderisch zu sein, was den Kommunikationsprozess mit Muttersprachlern höchst interessant gestaltet. Für beide Seiten wohl bemerkt. So erging es einer Freundin von mir. Basia ist Autorin der durchaus interessanten Wortbildung: gegenneblige Lichten. Sie fragen sich, was das sein mag? Denken Sie nach. Wir haben hier folgende Wörter: “gegen”, “Nebel” und “Licht”. Geht Ihnen jetzt ein Licht auf? Andere Phantasiewörter mit Realitätsbezug aus ihrem Repertoire aus der Zeit des Deutschlernens, die wir neulich bei einem guten Essen auf einem Bierdeckel notiert haben, um sie vor dem Vergessen zu bewahren, sind: “Caferei”, “scherzlich”, “Wände streicheln” oder “Radfahr”.

Muttersprache kämpft ums Überleben

In diesen komischen Fehlern, Versprechen oder Wortdrehern spiegelt sich die Muttersprache des Deutschlernenden wider. Aus diesem Grunde unterscheiden die einen keine langen von kurzen Vokalen. Die anderen verwechseln andauernd Artikel oder verwenden überhaupt keine. Die Folge ist: Nur mit viel Übung und Kontakt zu Muttersprachlern kann man sich das erarbeiten, was Kinder innerhalb weniger Jahren in Deutschland lernen. Nämlich: richtig Deutsch zu sprechen. Der Weg des Lernens ist lang und steinig. Am Ziel angekommen ist man stolz, hat ein um einiges erweitertes Denkvermögen und nicht zuletzt einen eigenen Wort-Schatz, der nur einem ganz persönlich gehört: “Spazierung”, “grüner Kosmetik” (steht für Kulturtasche) oder “in die Toilette gehen”.

Vom Lernenden zum Lehrer

Diesen Weg habe ich hinter mir. Ich habe sozusagen die Seiten gewechselt. Jetzt muss ich nicht mehr die Bank drücken. Dafür aber unterrichte ich und versuche, soweit es geht, mit meiner Begeisterung für die deutsche Sprache andere anzustecken. Manchmal sogar mit Erfolg!

Karnawa? po niemiecku

Donnerstag, 11. Februar 2010
Pochód uliczny w Euskirchen

Pochód uliczny w Euskirchen

No i mamy znowu stan wyj?tkowy. Sklepy s? pozamykane, na ulicach pe?no przebiera?ców i lokale p?kaj? w szwach. Dzi? w t?usty czwartek, w Nadrenii nazywany “Weiberfastnacht”, rozpoczyna si? karnawa? uliczny. O godz. 11:11 w wielu miastach nadre?skich burmistrz, oczywi?cie ubrany w karnawa?owy kostium, przekazuje klucz, a tym samym w?adz? w mie?cie ksi?ciu karnawa?u b?d? rozwydrzonym kobietom. Ich rz?dy trwaj? a? do ?rody popielcowej.

Przej?cie w?adzy w mie?cie

Przej?cie w?adzy w mie?cie

Ceremonia odbywa si? z regu?y na rynku miasta lub przed ratuszem i jest poprzedzona fanfarami. Od tego momentu nie nale?y si? niczemu dziwi?. Uczniowie maj? wolne, w zak?adach pracy odbywaj? si? huczne imprezy, a urz?dy ko?cz? prac? wcze?niej ni? zwykle. T?usty czwartek to dzie?, w którym kobiety “Weiber” obcinaj? m??czyznom w dos?ownym tego s?owa znaczeniu krawaty. Zabawa trwa dalej w pi?tek, sobot? nazywan? “Nelkensamstag” (sobota go?dzikowa) i niedziel? zwan? “Tulpensonntag” (niedziela tulipanów). Przez ca?y czas bez wyj?tku odbywaj? si? pochody uliczne, biesiady karnawa?owe i bale przebiera?ców. Piwo i inny alkohol p?yn? strumieniami.

Ró?any poniedzia?ek w Euskirchen

Ró?any poniedzia?ek w Euskirchen

Kulminacj? karnawa?u jest “Rosenmontag” (ró?any poniedzia?ek). W tym dniu w Kolonii i innych miastach nadre?skich ulicami przeje?d?aj? specjalnie na t? okazj? udekorowane samochody z makietami lub olbrzymimi figurami odzwierciedlaj?cymi wydarzenia polityczne ostatniego roku. Na platformach jad?cych w pochodzie samochodów stoj? karnawali?ci i rzucaj? zebranemu t?umowi ma?e co nieco. Wsz?dzie s?ycha? okrzyki: “Kamelle”. Tak nazywane s? rzucane do t?umu s?odycze.

Ostatnim dniem karnawa?u ulicznego jest fio?kowy wtorek “Veilchendienstag”. Ku mojemu zdziwieniu, szukaj?c wyja?nienia, dlaczego te dni nosz? tak ro?linne nazwy, znalaz?am jedynie wyja?nienie, ?e nie maj? one nic wspólnego z kwiatami. Poniewa? karnawa? rz?dzi si? swoimi prawami, przyj??am to wyja?nienie do wiadomo?ci i przekazuj? dalej.

Umundurowani cz?onkowie jednego z towarzystw karnawa?owych

Umundurowani cz?onkowie jednego z towarzystw karnawa?owych

Charakterystycznym strojem w tym okresie obok clowna, policjanta, wied?my czy cowboya jest mundur towarzystwa karnawa?owego, który nosz? ich licznie zrzeszeni cz?onkowie. Uniform przypomina strój francuskiego ?o?nierza i jest nawi?zaniem do okresu w którym Nadrenia znajdowa?a si? pod okupacj? francusk?. Krn?brni mieszka?cy zajmowanych wówczas terenów w ten sposób odgrywaj? si? od lat na dawnych wrogach, a dzi? przyjacio?ach, i wk?adaj? mundury kpi?c po cichu z wszelkiej w?adzy i przepisów. I tak wszystko powtarza si? rok w rok.

Stammtisch der Polen und Deutschen

Montag, 1. Februar 2010
Treffpunkt: Alte Posthalterei, Euskirchen, Do. 4.2.10, 19:00 Uhr

Treffpunkt: Alte Posthalterei, Euskirchen, Do. 4.2.10, 19:00 Uhr

“Entschuldigung, ich rufe wegen des Polnischen Stammtisches an” – sagt auf Deutsch eine Stimme im Hörer. “Bin ich bei Ihnen richtig?” – fragt sie weiter. Mit Freude und sehr höflich informiere ich die nächste Person, die mich in wenigen Tagen angerufen und nach dem Stammtisch am kommenden Donnerstag, den 4.2.2010, um 19:00 Uhr in der Alten Posthalterei in Euskirchen gefragt hat.

Ich freue mich sehr, dass es sich nach fünf Jahren herumgesprochen hat, dass sich zweimal im Jahr Polen und Deutsche treffen, um Informationen auszutauschen, um zu lachen und sich gegenseitig besser kennenzulernen. Und das ist im zusammenwachsenden Europa dringend nötig. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeiten, in denen Polen in Deutschland eher nicht auffallen wollten. Denn die deutsche Gesellschaft hatte immer den Spruch im Kopf, den man Harald Schmidt nachsagt: “Fahren Sie nach Polen, Ihr Auto ist schon da.”

Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Polen brauchen sich nicht mehr in Deutschland zu verstecken und Deutsche entdecken ihrerseits das Nachbarland im Osten. Vor Freude könnte ich laut schreien! Es gibt nichts Schöneres, als den neuen Freunden über das eigene Heimatland zu berichten, sie nach Polen mitzunehmen und ihnen die eigene Muttersprache beizubringen.

Ich weiß, ich werde sentimental und mein deutscher Mann, der den Text zur Korrektur liest, lacht in seinem Inneren. Egal. Es ist so. Obwohl ich eine neue Wahlheimat habe, denke ich oft an Polen und vermisse es ein wenig. In der Globalisierungsära ist das aber kein Problem. Hat man Zeit, etwas Geld und Lust, kann man innerhalb weniger Stunden in Polen und wieder zurück sein. Billigflieger machen es möglich. Sonst bleiben noch polnische Sender per Satellit oder polnische Zeitungen, die man am Bahnhof oder im polnischen Geschäft in Euskirchen kaufen kann.

Während des letzten Anrufes habe ich mit dem – noch – Unbekannten ein wenig über Polen und Deutschland gequatscht. Das Telefonat hat etwas länger gedauert. Obwohl wir anderen Generationen angehören – er der 50Plus und ich der über 30 – haben wir eine gemeinsame Sprache gefunden. Ich bin schon neugierig auf die Anderen, die mich noch bis Donnerstag anrufen und zum Stammtisch kommen werden. Spannend, spannend!

Also noch mal: Der Polnische Stammtisch findet diesmal am Donnerstag, den 4.2.2010, um 19:00 Uhr in der Alten Posthalterei, Kölner Str. 7 in Euskirchen statt. Der Tisch ist reserviert. Es erwartet Sie eine nette Zeit in gemütlicher internationaler Gesellschaft. Und noch etwas. Sie bezahlen nur das, was sie selbst bestellen.

Herzliche Grüße, do zobaczenia w czwartek

Magdalena Kuckertz