Archiv für April 2010

Trauer in Polen: Präsident Lech Kaczy?ski ist tot

Samstag, 10. April 2010

Präsident Kaczy?ski mit seiner Gattin, Quelle: www.prezydent.pl

Präsident Kaczy?ski mit seiner Gattin, Quelle: www.prezydent.pl


Am Samstag, den 10.4.2010, um 8.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit stürzte die polnische Regierungsmaschine vom Typ Tupolew-154 bei der Landung im russischen Smolensk ab. Am Bord befanden sich Präsident Lech Kaczy?ski mit seiner Gattin und Mitglieder einer polnischen Delegation, die auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Ermordung polnischer Soldaten durch den sowjetischen Geheimdienst vor 70 Jahren in Katyn waren. Nach russischen Angaben kamen alle 131 Insassen ums Leben.

Die Katastrophe

Laut Medienberichten herrschte in Smolensk zum Zeitpunkt des Absturzes dichter Nebel. Die Maschine soll den Landeanflug mehrmals wiederholt und beim letzen Versuch Bäume gestreift haben. Die russische Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dass neben des dichten Nebels auch ein technischer Defekt oder menschliches Versagen als Unglücksursache infrage kommen. Der russische Präsident Dmitri Medwedjew setzte eine Untersuchungskommission zur Feststellung der Absturzursache ein.

Der Präsident

Lech Kaczynski wurde am 18. Juni 1949 in Warschau geboren. 1981 unterstützte er die Gewerkschaftsbewegung Solidarno?? (Solidarität) und war deswegen zwischen 1981 und 1982 in Haft. Nach der Wende nahm er 1989 an den Verhandlungen des Runden Tisches in Warschau teil. Von 1989 bis 1991 war er Senator im polnischen Senat und von 1991 bis 1993 Abgeordnete im polnischen Sejm. Zwischen 2000 und 2001 bekleidete Kaczy?ski das Amt des Justizministers. Danach war er von 2002 bis zu seinem Amtsantritt als Präsident 2005 Oberbürgermeister von Warschau. Vom 23. Dezember 2005 bis zu seinem Tod war er der vierte Präsident der Republik Polen.

Staatstrauer

Nach Angaben polnischer Medien verordnete Premierminister Donald Tusk eine einwöchige Staatstrauer. Vor dem Präsidentenpalast legen viele Polen unabhängig ihrer politischen Überzeugung Kerzen und Blumen für die Verstorbenen nieder. Angesichts der Katastrophe sind alle Polen in tiefster Trauer vereint, auch wenn Lech Kaczy?ski politisch nicht unumstritten war.