Archiv für Januar 2013

Lagebericht Teil 7

Dienstag, 22. Januar 2013

von Sabrina Deiter

winter-2012-056
Foto: Kuckertz
Die Tage sind gezählt…

Was kann ich berichten? Mein letzter Tag mit Julia war abschiedsreich, aber zum Glück nicht tränenreich. Wir werden uns wiedersehen…

Kommen wir nun zum lustigen Teil des Lageberichtes.

Ich bin zu meiner Familie nach Maciejów bzw. Lowkowice gefahren. So, wo fang ich an? Damit, dass mein Navigationsgerät nicht angesprungen ist, weil die Batterie, trotz grün leuchtender Ladekabellampe, nicht aufgeladen werden konnte? Ja doch, ich glaube, das ist gut.

Mein Navi hat versagt. Gut. Hab ich mein GPS auf dem Mobiltelefon angemacht. Ging super, bis ich feststellte, dass natürlich auch dort der Strom ohne Ende gefressen wird und mein Akku fast leer ist. Tja, da hab ich noch mal versucht das Navi anzuschmeißen und siehe da – es ging, zumindest kurzfristig. Um festzustellen, dass es die Adresse von meinem Onkel nicht kennt, super!

Also einfach mal ne andere Adresse bzw. Straßennamen angeklingt. Dann bin ich in diesem Dorf angekommen – im Dunkeln und konnte feststellen, dass das irgendwie nicht so aussieht, wie da wo ich hin wollte. Guter Rat war teuer… mit dem letzten Akkurest Mama angerufen und nach der Adresse von meiner anderen Cousine gefragt… tja und dann bin ich einmal ganz kurz rechts ran gefahren… und ich dachte noch so bei mir: ?Sabrina, pass auf, da liegt doch überall Schnee und da weiß man ja nicht wie der Untergrund ist…” *rums* machte es dann nur noch und da lag mein Wagen auch schon was tiefer. ?Hm, da legen wir mal ganz langsam den Rückwärtsgang ein und fahren ganz langsam hier weg…! Hm … klappt irgendwie mal so gar nicht… der Wagen steckt fest…. Tja, da werde ich lange graben müssen, um hier wieder weg zu kommen… hm… was heißt den festgefahren auf Polnisch? Können sie mir helfen? weiß ich, aber festgefahren… verdammt!” Es gibt so Momente, da denk ich bei mir: ?Lieber Gott… bitte, bitte, schick mir jemanden…ich steh hier mitten in der Walachei…bitte…ich komm hier sonst nie mehr weg!”

Und ich, als ein Kind des Glücks, wartete einen Augenblick und da kam ein weißer Transit angeholpert… und der Wagen hielt an. Ich stand an meinem Wagen, wie die allerletzte Hilo, aber es sind drei Männer ausgestiegen, die mir meinen kleinen Opel Corsa aus dem Graben hoben. Es war unfassbar. Ich war so dankbar. Und vor lauter Dankbarkeit fragte ich sie nach dem Weg nach Maciejów. Natürlich sprach einer der Jungs Deutsch… erklärte mir den Weg und fuhr hinter mir her, sodass ich die Kreuzung, an der ich rechts abbiegen musste, auf keinen Fall verpassen konnte.
So holperte ich auf der Straße nach Maciejów und freute mich, dass ich gleich bei meinem Onkel einfliegen würde, aber nein – irgendwie war mein Gedächtnis echt zermürbt, sodass ich dort angekommen, noch mal nach dem Haus fragen musste.

Aber ich habe es geschafft! Yeah! So denn, ich habe ein sehr schönes Wochenende bei meiner Cousine Agnieszka verbracht, hab viel mit ihren Kindern gespielt.
War sonntags in der Kirche und anschließend beim Geburtstag meiner anderen Cousine Ewelina. Jo. Und dann war Heimfahrt angesagt. Die war ganz ok, ohne Komplikationen. 4 1/2 Stunden, dann war ich in Warschau und zum Glück nicht in Breslau, weil wenn man in Breslau ist, dann ist man auch schon fast zu Hause.

Diese Woche war recht unspektakulär – bisher. Gestern waren Monika und ich noch mal im Theater – wieder ein Theaterstück der 50er Jahre. Hey! Ich hab sogar was verstanden. Unfassbar. Lag sicher am leckeren Bier mit Kirschen, welches wir vor Ort getrunken haben.

Morgen besuch ich die Warschauer Polizei, also die Leitstelle und ich glaube eine Dienststelle. Über die IPA [International Police Association]. Bin gespannt wie es wird.

So. Das war es auch mal wieder. Das Wochenende wird fetenreich. Freitag gibt?s ne Abschiedsparty und am Samstag sind wir auf einer Feier von Monikas Freundin… oh je, oh je… das wird was geben.

Passt auf euch auf!

Fortsetzung folgt?