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Fetter Donnerstag

Donnerstag, 27. Februar 2014

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Quelle: Wikipedia, faworki

Während im Rheinland in der Weiberfastnacht die Weiber Rathäuser stürmen, um die Macht in der Stadt zu erobern, kaufen die Polen an diesem Tag gemütlich ?p?czki? [Berliner], ?racuchy? [Krapfen] oder ?faworki? [Schürzkuchen] und genießen den ?fetten Donnerstag? [t?usty czwartek]. Am letzten Donnerstag vor Aschermittwoch gilt nämlich nur eins: so viele Berliner zu essen, wie es nur geht. Auf diese Weise versucht man an der Weichsel, sich Erfolg und ?fette? Zeiten in Zukunft zu sichern. Es ist also keine Seltenheit, dass an diesem Tag in Polen vor Konditoreien Schlangen stehen. Gekauft wird in großen Mengen, ab Morgengrauen bis spät in die Nacht.

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Foto: Kuckertz, p?czki

Der Straßenkarneval, der in der letzten Karnevalswoche in der Weiberfastnacht und am Rosenmontag seinen Höhepunkt erreicht und am Aschermittwoch vorbei ist, ist in Polen in dieser Form nicht bekannt.

Nur in wenigen Regionen, vor allem in ländlichen Gebieten, feiern Polen draußen. Die bekannteste Faschingsveranstaltung kann man in den Bergen, in Bukowina Tatrza?ska, nicht weit von Zakopane, erleben. Dort organisieren die Leute aus den Bergen, echte Góralen, Räubertanz, Pferdeschlittenrennen oder ein Wettschießen. Das ist aber auch fast schon alles. Große Umzüge mit Motivwagen wie in Köln, Düsseldorf oder Mainz gibt es nicht.

Die Menschen feiern stattdessen gemütlich mit Freunden, Bekannten oder mit der Familie zu Hause. Manchmal gehen sie zu einem Karnevalsball oder einer Tanzveranstaltung. In Städten finden auch manchmal Karnevalskonzerte statt. Die letzten Tage des Karnevals werden in Polen ?ostatki? genannt, was wörtlich ?Reste? bedeutet.